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Modernisierung des HEIZKRAFTWERKS

Das Heizkraftwerk am Hohen Feld versorgt seit der Inbetriebnahme im Oktober 1997 ca. 50.000 Haushalte und gewerbliche Kunden mit Strom und ca. 23.000 Haushalte und Unternehmen mit Fernwärme in der Oderstadt. Bisher wurde das Kraftwerk mit Braunkohlenstaub und Erdgas betrieben. Mit der Modernisierung des Kraftwerksstandortes stellen die Stadtwerke die umweltfreundliche und wirtschaftliche Wärme- und Stromversorgung in unserer Region sicher. Eine 51 MW-Gasmotorenanlage ermöglicht die Außerbetriebnahme des Braunkohlekraftwerkes. Ein Wärmespeicher wird zukünftig die optimale Fahrweise der Frankfurter Erzeugungsanlagen wesentlich unterstützen. Mit Fertigstellung der neuen Anlage wird der Betrieb ausschließlich auf das klimaschonendere Erdgas umgestellt.

Die Modernisierung Bautagebuch

Mehr Infos über die Modernisierung des Heizkraftwerks finden Sie im Bautagebuch.

Das Kraftwerk in Zahlen

Braunkohlestaub    72,5 MW, ca. 60.000 t/Jahr
Erdgas    78,0 MW, ca. 34 Mio. m³/Jahr

Braunkohlestaubkessel:    104 t/h
Abhitzekessel incl. Zusatzfeuerung:    67 t/h
(Dampfparameter 500°C/100 bar)

1 ABB Gasturbine GT 10B    25 MW
1 ABB Dampfturbine V40 AHH    24 MW
erzeugte Strommenge jährlich    170 Mio.
 Kilowattstunden (170 Gwh)
 entspr. Verbrauch 48.500 Haushalte

Heizkondensatoren:    80 MW
erzeugte Fernwärmemenge jährlich280 Mio.
 Kilowattstunden (280 Gwh)
 entspr. Verbrauch 23000 Haushalte

GT/AHK:    ca. 5.100 h
BKS/DT:    ca. 8.200 h
(MW = Leistung in Megawatt als Nennleistung)

Unter Kraft-Wärme-Kopplung versteht man die gleichzeitige Erzeugung von elektrischem Strom und Nutzwärme. Der Vorteil dieser Technologie ist die besonders hohe Nutzung der im Brennstoff gespeicherten Energie. Maschinen zur Stromerzeugung, die zum Antrieb von Generatoren verwendet werden, können die Energie physikalisch bedingt nur zu etwa 30…40 % nutzen. Der Rest geht bei der klassischen Stromerzeugung verloren. Der Verlust ist bei diesen Kraftwerken gut erkennbar an dem aufsteigenden Dampf über den Kühltürmen. Im Heizkraftwerk Frankfurt (Oder) wird diese Energie für die Erzeugung von heißem Wasser genutzt und als Fernwärme zur Beheizung von Wohnungen, Büros und Geschäften verwendet.

Durch die gekoppelte Erzeugung von Wärme und Strom wird nur etwa 2/3 an Brennstoff benötigt, wie bei der getrennten Erzeugung von Strom im Großkraftwerk und Wärme im separaten Braunkohlekraftwerk, gehen etwa 65% der Energie verloren. In Form von Dampf Heizkessel, selbst wenn dieser mit Erdgas betrieben wird. Deshalb sehen viele Experten in der Kraft-Wärme-Kopplung einen wichtigen Baustein für die Reduzierung der Treibhausgasemissionen (CO2) in der Zukunft. Mit einem neuen Gesetz zur Förderung  solcher Anlagen (KWK-Gesetz) hat der Gesetzgeber eine wichtige Voraussetzung für den weiteren Ausbau der Kraft-Wärme-Kopplung und für die Fernwärmenetze – als Grundlage dieser Technologie geschaffen. Deshalb arbeiten auch wir verstärkt an einem Ausbau der Wärmeversorgung in Frankfurt (Oder). Der Ausstoß an CO2 im HKW Frankfurt (Oder) beträgt durchschnittlich nur 440 g/kWh. Im Vergleich dazu beträgt der durchschnittliche Ausstoß der gesamten deutschen Energieerzeugung (2009) etwa 620 g/kWh. Ein konven- tionelles Braunkohlekraftwerk stößt sogar über 1100 g/KWh aus. Das Heizkraftwerk Frankfurt (Oder) entlastet dadurch die Umwelt jährlich um 30.600 Tonnen CO2. Die gesparte Menge an CO2 entspricht dem Ausstoß von 13.116 PKW Golfklasse (10.000 km/Jahr Fahrleistung). Um den gleichen CO2-Einspareffekt zu erzielen, müsste man beispielsweise 345.000 m² – mehr als 48 Fußballfelder mit Solarzellen ausstatten. (1000 kWh/m² und Jahr Sonneneinstrahlung, Wirkungsgrad 15%).

Auch bei den anderen Schadstoffen hat unser Heizkraftwerk diese Nase vorn. Durch die moderne Brennertechnologie, gekoppelt mit der Rauchgasentschwefelung und Staubfilteranlage liegen die Emissionen des Kraftwerkes weit unter den gesetzlichen Grenzwerten. Beispielsweise beträgt der Ausstoß an Schwefeldioxid nur ein Drittel des zulässigen gesetzlichen Grenzwertes.

Rund um die Uhr, Tag für Tag erzeugt das Heizkraftwerk zusammen mit dem Spitzenheizwerk Nord Heizwasser und Strom. Das geht nur mit modernster Technik und einem hohen Grad an Automation. Doch keine Technik funktioniert ohne den Menschen. Neben unseren Mitarbeitern in der Leitwarte sorgt ein Team, bestehend aus Mechanikern und Automatisierungsspezialisten dafür, dass Verschleißteile rechtzeitig gewechselt und Störungen behoben werden. Einmal im Jahr wird das Kraftwerk komplett außer Betrieb genommen und einer umfassenden Revision unterzogen. Dabei findet auch die jährliche Prüfung der Sicherheitstechnik durch den TÜV statt. Während dieser Zeit versorgt das Heizwerk Nord unsere Kunden mit Fernwärme. Unsere Mitarbeiter planen die gesamte Revision, beschaffen erforderliche Ersatzteile und beauftragen Spezialfirmen. In unserem chemischen Labor werden wichtige Prozesswerte ständig überwacht und gesteuert, beispielsweise spielt die Reinheit des im Wasser-Dampfkreislauf eingesetzten Wassers eine wichtige Rolle für die Lebensdauer der Kessel und Turbinen. Weitere Arbeitsschwerpunkte sind die Vermarktung des erzeugten Stromes, beispielsweise an der Leipziger Strombörse, die Überwachung der Einhaltung behördlicher Auflagen sowie das Management der Energielieferungen.

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